‚Ohne Gewährleistung‘ schützt bei Privatverkäufen nicht vor Haftungsansprüchen

Kleinanzeigen

© Rolf van Melis / pixelio.de

Wenn du im Internet schonmal etwas von Privatpersonen über Auktionsplattformen oder Kleinanzeigenseiten gekauft hast, ist dir die Aussage ‚Gewährleistung ausgeschlossen‘ sicher schon aufgefallen. Eventuell hast du auch selbst genutzt, um dich vermeintlich vor Haftungsansprüchen zu schützen, die ein Käufer wegen eines Kratzers zu viel haben könnte.

Aus aktuellem Anlass befasste sich der Bundesgerichtshof mit dieser Unart, die sehr häufig auch noch fälschlich geltendes EU-Recht oder neuestes BGB-Recht deklariert war. Aus einem Urteil des BGH zum Aktenzeichen VIII ZR 96/12, einem Fall, der 2009 seinen Anfang nahm, geht hervor, dass Privatpersonen durchaus eine Gewährleistung übernehmen müssen. Nämlich dann, wenn beispielsweise die gekaufte massiv von der Beschreibung abweicht, Mängel verschwiegen wurden oder zugesagte Eigenschaften nicht vorhanden sind.

Damit man als Käufer seine Rechte wahren kann, reicht es aber nicht, gleich ‚Betrug und Geld zurück!‘ zu rufen, sondern man sollte sich an die gesetzlichen Vorgaben halten. Die schreiben vor, dass der Verkäufer die Gelegenheit zur Mangelbeseitigung erhalten muss. Erst nachdem dies nicht möglich ist, kann über Umtausch oder Wandlung (Rückgängigmachung des Kaufs) gesprochen werden.

Bei bestimmten Produkten ist vielleicht sogar besser, du fährst vor dem Kauf hin und nimmst zusätzlich die Ware in Augenschein. Boote, Autos oder Häuser sollte man nicht aufgrund eines schönen Bildes kaufen. Damit kann man zumindest einen Teil der Angaben vorab überprüfen.