Soziale Netzwerke als Helfer in der Not

Geliebt und verteufelt spalten soziale Netzwerke die Gesellschaft

soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke /© JMG auf pixelio.de

Speziell Datenschützer und Jugendschutzbeauftragte warnen häufig vor der Nutzung von sozialen Netzwerken. Zum einen weil die Betreiber nicht immer Transparenz im Umgang mit Nutzerdaten bieten und zum anderen weil viele Nutzer sich der – im wahrsten Sinne des Wortes – Tragweite ihrer Veröffentlichungen nicht bewusst sind. Das öffentliche Fotobuch mit Bildern der Wohnung und der vorfreudige Hinweis auf die anstehende Urlaubsreise stehen stellvertretend für die häufigen Fehler, die begangen werden. Doch auch, was das menschliche Miteinander angeht, stehen die Netzwerke in der Kritik. Sie werden „sozial“ betitelt, dabei scheint den meisten Nutzern aber ihre Sozialkompetenz bei der Nutzung abhanden zu kommen. Leicht gemacht wird es durch die Anonymität im Netz, dass man beleidigt, mobbt oder sich in die Abgründe von Kinderpornographie und Identitätsklau begibt. Sicher ist hier auf allen Seiten Nachholbedarf. Aber:

 

Soziale Netzwerke sind häufig extrem schnelle Helfershelfer in Notfällen

Am Beispiel eines kürzlich entlaufenen Hundes oder Seiten, welche bewusst guten Zwecken dienen, zeigt sich der Vorteil von großen Netzwerken. Nachrichten oder Hilfeaufrufe verbreiten sich in wenigen Minuten über riesige Gebiete und können sehr viel schneller zu Erfolgen führen, als die sonst üblichen Wege wie öffentliche Zeitungsaufrufe, helfende Anlaufstellen oder persönliche Freunde und Bekannte erreichen würden. Die Anzahl der Menschen, die in kürzester Zeit erreicht werden können, sind, je nach Gruppenstärke und Öffentlichkeitseinstellungen des Netzwerks, schnell im vier- bis fünfstelligen Tausender-Bereich einzuordnen.

 

Nicht allein auf der Welt

Auch wenn durch Sozialwissenschaftler häufig angeführt wird, dass vielen Menschen ihr sozialer Umgang in der realten Welt verloren geht, sind die sozialen Netzwerke für Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen den realen Kontakt scheuen, ein Segen. Schnell lassen sich Gleichgesinnte finden, Probleme bereden oder erleichtern, da man erkennt, mit seinen Sorgen nicht allein auf der Welt zu sein. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass die beste und kompetenteste Netzwerk-Gruppe keinen professionellen Therapeuten ersetzen kann. Häufig sind sie aber der erste Schritt für Menschen, die Hilfe suchen, da man sich im Vorfeld viele Informationen aus erster Hand holen kann, um seine Entscheidungen auf vielfältige Informationen zu stützen.

Chance in der Zukunft

Es gilt die gleiche Regel wie mit fast allen Errungenschaften unserer Gesellschaft: in Maßen und mit der richtigen Einstellung genutzt, sind soziale Netzwerke ein wertvolles Kommunikationsmittel. Mit selbstverantwortlichem und respektvollem Umgang in der virtuellen Welt können uns die Vorteile erhalten bleiben. Schauen wir mal, ob die Anbieter und die Nutzer diese Chancen weiter ausbauen. Vielleicht kämen sich ja einige Staatsoberhäupter schneller näher, wenn sie sich ungezwungen und privat nette Bilder und Sticker anstelle von Einladungen zu Staatskonferenzen zuschicken würden 😉 .